Periorale Dermatitis – Alles zur Stewardessenkrankheit!

Stewardessenkrankheit, so wird Periorale Dermatitis im Volksmund gerne bezeichnet, gehört zur chronischen Hauterkrankung Rosacea. Die Symptome sind bereits im Anfangsstadium störend.

Bemerkbar macht sie sich durch rote, juckende Haut insbesondere um den Mund und die Nase herum.

Auch Papeln oder Pusteln können sich bilden. Die Krankheit ist zwar weder ansteckend noch gefährlich. Trotzdem stellt das typische Erscheinungsbild mit der geröteten und gereizten Gesichtshaut für Betroffene eine Belastung dar.

Außerdem sind das trockene Hautgefühl und die oft auftretenden, schmerzlich entzündeten Pusteln um den Mund herum sehr unangenehm. Wie auch das ständige Spannungsgefühl.

Was die periorale Dermatitis verursacht, was ihre Symptome sind, wie die Hautkrankheit behandelt wird und was du unterstützend tun kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Periorale Dermatitis - Ursachen, Symptome & Behandlung
Periorale Dermatitis (Stewardessenkrankheit) - was ist das?

Periorale Dermatitis (Stewardessenkrankheit) – was ist das?

Bei perioraler Dermatitis handelt es sich um einen entzündlichen Hautausschlag. Grund zur Panik besteht nicht: Die Hautkrankheit ist nicht ansteckend und auch nicht gefährlich.

Trotzdem belastet sie. Denn der für die auch Mundrose genannte Krankheit typische Ausschlag kann jucken und spannen. Die genauen Ursachen sind noch nicht genau bekannt.

Neben einer genetischen Vorbelastung scheint auch das sogenannte „Überpflegen“ der Haut eine Rolle zu spielen. Also die Verwendung von für den eigenen Hauttypen unpassenden Pflegeprodukten.

Es ist also bei periorale Dermatitis Pflege ein wichtiges Thema. Außerdem betrifft periorale Dermatitis oft junge Frauen. Daher auch der umgangssprachliche Name „Stewardess-Krankheit“ – er basiert auf der Klischeevorstellung dieses Berufs, nämlich dem Bild einer jungen, stets gepflegten Frau.

Stewardessenkrankheit – Symptome

Das Hauptsymptom der perioralen Dermatitis auch Stewardessen Krankheit genannt ist der gerötete und entzündliche Hautausschlag. Diese Rötungen gehen oft mit Pusteln einher. Dieses Erscheinungsbild erinnert teilweise an Akne oder Rosacea.

Die kleinen, teilweise zahlreichen Pusteln können sich auch zu größeren betroffenen Stellen zusammenschließen.

Diese werden Plaques genannt. Die Bereiche der Haut, die unter der perioralen Dermatitis leiden, neigen zu Juckreiz, zum Spannen und zu einem Gefühl von Trockenheit.

Auch wenn die Krankheit ungefährlich ist: Juckende Haut und trockene Haut ist äußerst unangenehm.

Periorale Dermatitis - Symptome
Wo ist der Ausschlag lokalisiert?

Wo ist der Ausschlag lokalisiert?

Typischerweise befindet sich der Ausschlag um den Mund der Betroffenen herum. So kommt die periorale Dermatitis „Mundrose“ zu ihrem Namen.

Zu diesem Namen trägt auch der Umstand bei, dass der Ausschlag optische Ähnlichkeiten mit der Gürtelrose ausweist. Der Bereich unmittelbar neben dem Lippenrot ist dabei nicht betroffen und bildet einen vom Ausschlag freien Streifen. 

Nicht nur die Region um den Mund kann betroffen sein. Oft zeigen sich die Rötungen auch im Bereich der Nase oder auf dem Kinn. Eher seltener treten sie im Rest des Gesichtes, wie der Stirn oder dem seitlichen Hals auf, doch auch diese Bereiche können betroffen sein.

Besonders selten tritt die Hautkrankheit um die Augen herum und auf den Augenlidern auf. Hier ist von der periorbitaler Dermatitis die Rede.

Was ist der Unterschied zu Akne?

Gerade durch die kleinen Pusteln der perioralen Dermatitis hat sie optische Ähnlichkeiten mit Akne. Doch es gibt bedeutende Unterschiede.

Denn im Gegensatz zur Akne geht die Mundrose nicht mit Mitessern, Pickeln oder Komedonen einher. Es ist in jedem Falle sinnvoll, die Beschwerden der Haut von einem Dermatologen betrachten zu lassen, um eine eindeutige Diagnose zu erhalten.

Denn die erkrankte Haut hat je nach konkreter Erkrankung ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Die falsche Therapie könnte ihr weiter schaden.

Was ist der Unterschied zu Akne?
Was sind mögliche Ursachen für Periorale Dermatitis?

Was sind mögliche Ursachen für Periorale Dermatitis?

Leider sind die Gründe, warum eine periorale Dermatitis zum Ausbruch kommt, nicht endgültig geklärt. Es wird vermutet, dass neben der genetischen Vorbelastung das Pflegeverhalten der betroffenen Personen gegenüber ihrer Haut eine entscheidende Rolle spielt.

Wird die Haut nicht entsprechend ihrer Bedürfnisse, also ihres Typs nach gepflegt, kann es zur sogenannten „Überpflegung“ kommen. Durch übermäßige Pflege kann die Haut ihre Funktionen, wie die Produktion von Sebum, nur noch eingeschränkt ausüben.

Trockenheitsgefühle und der typische Ausschlag entwickeln sich. Die Haut spannt. Oft wird versucht, der perioralen Dermatitis mit mehr Pflege beizukommen – ein Teufelskreis überpflegter Haut entsteht.

Es gibt auch andere Faktoren, die eine periorale Dermatitis begünstigen können. Zu ihnen zählen:

  • UV-Strahlung (Sonne, Solarien)
  • hormonelle Verhütungsmittel
  • Kontakt der Haut mit Pilzen (Candida) oder Bakterien (fusiforme Spirillen)
  • Zahnpasta mit Flourid
  • Störungen des Magen-Darm-Trakts, beispielsweise Verstopfungen
  • Stress und psychische Belastung
  • Make UP
  • die falsche periorale Dermatitis Ernährung (beispielsweise kontraproduktiv bei periorale Dermatitis: Süßigkeiten)

Diese Faktoren sollten so gut es geht gemieden werden. Das geht bei manchen einfacher als bei anderen.

Stets zu meiden bei periorale Dermatitis: Sonne. Jedenfalls für längere Zeit. Zum Schutz vor Sonne bei perioraler Dermatitis kann täglich ein hoher Lichtschutzfaktor verwendet werden.

Bei Problemen mit den Inhaltsstoffen von Zahnpasta bietet es sich an, das Gesicht erst nach dem Zähneputzen mit lauwarmem Wasser zu reinigen. Verschiedene Entspannungstechniken, wie beispielsweise Meditation, können Stress reduzieren.

Mund Nasen Maske als Ursache

Als Begünstiger von perioraler Dermatitis kann auch eine Mund-Nasen-Maske agieren. So wichtig diese auch sind und so effektiv sie uns vorm Corona-Virus schützen – unter ihnen entsteht ein feuchtes Milieu, das die Hautbarriere angreifen kann.

Auch die Reibung der Maske reizt die Haut. Hier kann es bereits helfen, unter der Maske möglichst wenig oder nur leichte Kosmetik zu tragen. Auch der Verzicht auf reizende Stoffe wie Alkohol oder Duftstoffe in der Pflege hilft.

Kleiner Trick: Ein gefaltetes und regelmäßig gewechseltes Papiertaschentuch unter der Maske vermindert die Feuchtigkeitsbildung. So kommt die Haut glimpflich durch Corona.

Mund Nasen Maske als Ursache

Wen genau betrifft diese Hauterkrankung?

Die periorale Dermatitis betrifft vor allem jüngere Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren. Auch kleine Kinder können darunter leiden. Die Herren haben Glück gehabt.

Die Mundrose betrifft Männer nur in den seltensten Fällen. Im Gegensatz zu den Frauen, von denen 6 % von der Krankheit betroffen sind. Bei Männern kommt sie nur zu einem Prozentsatz von 0,3 % vor.

Das kann an der Überpflegung der Haut durch Kosmetika bei Frauen liegen. Bei falschem oder übermäßigem Gebrauch von Pflegeprodukten oder Make Up kann es eher zur Hauterkrankung kommen.

Wie wird die Hauterkrankung festgestellt?

Die periorale Dermatitis kann leicht mit Akne oder Rosacea verwechselt werden. Darum ist es ein wichtiger erster Schritt, gleich zu Beginn einen Dermatologen anzusprechen.

Dieser wird erheben, wie lange der Ausschlag besteht und welche Pflege- oder sonstige Produkte verwendet werden. Natürlich wird er sich auch ein gründliches Bild vom Zustand der Haut verschaffen. So kann eine umfassende Diagnose erstellt werden.

Periorale Dermatitis - Behandlung

Periorale Dermatitis – Behandlung

Die Behandlung der perioralen Dermatitis erfolgt in Form einer Nulltherapie. Hierbei wird für mehrere Wochen komplett auf jegliche Kosmetik und Pflege verzichtet und nur mit Wasser gereinigt.

Die Symptome sollten nach eventueller Erstverschlechterung nach etwa sechs Wochen zurückgehen.

Empfindliche Haut kann generell mit Hausmitteln wie schwarzem Tee oder Aloe Vera gepflegt werden. Bei schweren Fällen werden auch Antibiotische Salben oder die Einnahme von Antibiotika vorgesehen. Eine natürliche Alternative bieten Phagen.

Medikamentöse Behandlung

Unterstützend zur Nulltherapie können Medikamente verwendet werden. Ein Natriumbituminosulfat-Gel kann Entzündungen hemmen. Dieses Ergebnis soll auch die Anwendung von Azelainsäure, beispielsweise als Gel oder Creme, herbeiführen.

Auch wirkungsvoll bei Entzündungen im Zuge von periorale Dermatitis: Kortisonhaltige Cremes oder Zinksalbe.

Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten und die Behandlung durch eine periorale Dermatitis Creme erzielt keine Ergebnisse, besteht die Möglichkeit, zu Antibiotika oder Isotretinoin zu greifen. Im Zweifel soll immer ein Arzt kontaktiert werden.

Eine natürliche Alternative stellt die Reduzierung der Rötungen bei Rosacea durch Bakteriophagen dar. Phagen stärken das bakterielle Gleichgewicht der Haut mit der Kraft der Natur.

Medikamentöse Behandlung

Hausmittel zur Linderung der Symptome

Während der Nulltherapie besteht oft das Bedürfnis, der Haut trotzdem etwas Gutes tun. Dabei können Kompressen mit Schwarztee wirken.

Durch die Fermentation der Teeblätter beinhaltet dieser entzündungshemmende Stoffe.

Dazu den Tee kochen, mindestens zehn Minuten ziehen und erkalten lassen und – beispielsweise mithilfe von Baumwolltüchern – auf die Haut aufbringen. Das beruhigt Reizungen.

Die richtige Ernährung bei Perioraler Dermatitis

Zwar gibt es keinen universell effektiven Ernährungsplan bei perioraler Dermatitis. Trotzdem ist es sinnvoll, die periorale Dermatitis mit Ernährung einzudämmen zu versuchen.

Eine ausgewogene Ernährung mit möglichst wenigen verarbeiteten Produkten, dafür mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen ist hier bedeutsam.

Heißt: Bei perioraler Dermatitis lieber keine Süßigkeiten oder Junkfood konsumieren. Auch auf Alkohol und Nikotin sollte weitestgehend verzichtet werden.

Fazit

Die periorale Dermatitis ist eine mehr als unerwünschte Erscheinung der Haut mit verschiedenen Auslösern und Begünstigern. Auch als Stewardessenkrankheit bezeichnet stellt die chronische Hautkrankheit speziell für Frauen ein häufiges Problem dar. Doch wird sie richtig diagnostiziert, dann lässt sich die Hautkrankheit mit ein wenig Geduld effektiv eindämmen. Ob eine Behandlung durch Phagen, eine Null-Therapie oder medikamentöse Behandlung, es gibt verschiedene Ansätze. Jedenfalls ist ein ganz normales Leben problemlos möglich.

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