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Mit Bakteriophagen angereichertes Galenikum für Infektionen mit intraperikardialen Ventrikelunterstützungssystemen

Wir berichten über einen Fall einer schweren Infektion des Ausflusstransplantats nach der Implantation eines linksventrikulären Unterstützungssystems (LVAD). Ein 51-jähriger männlicher LVAD-Patient wurde erneut in unser Krankenhaus aufgenommen und zeigte Anzeichen einer systemischen Infektion. Ein Jahr zuvor war eine LVAD-Implantation (HeartMate3, Abbott, Chicago, IL, USA) mit gleichzeitigem offenem Foramen-Ovale-Verschluss im Zusammenhang mit einer Herzinsuffizienz im Endstadium aufgrund einer dilatativen Kardiomyopathie (INTERMACS III) durchgeführt worden. Die Indikation zur LVAD-Therapie war Bridge-to-Candidacy, da der Patient nicht sofort alle Kriterien für eine Herztransplantation erfüllte. Bei der Aufnahme zeigte ein PET-CT-Scan eine Flüssigkeitsansammlung, die die Ausfluss-Transplantat-Prothese (SUVmax 10,5) umgab, mit Kontrastverstärkung, die den intrathorakalen Antriebsstrang (SUVmax 11,2) umfasste. Da eine Herztransplantation nicht durchführbar war, unterzog sich der Patient einer chirurgischen Revision. Im ersten Schritt erfolgte eine Redo-Sternotomie mit lokalem Debridement inklusive Jet-Lavage. Intraoperative Abstriche bestätigten eine bakterielle Infektion mit Staphylococcus aureus. Anschließend unterzog sich der Patient einer Unterdruck-Wundtherapie (NPWT) mit Instillation unter Verwendung des V.A.C. VERAFLO-System (KCI-3M, San Antonio, TX, USA) für insgesamt 19 Tage. Aufgrund der Schwere der Infektion erfolgte eine lokale Bakteriophagenapplikation innerhalb des Wundverschlusses. Um die Phagentherapie auf den Infektionsort zu konzentrieren, wurden Phagen mit einer neuartigen halbflüssigen Galenik appliziert. Nach Wundverschluss wurde die Patientin mit komplikationslosem Verlauf entlassen. Ein Kontroll-PET-CT-Scan 3 Monate nach der Entlassung zeigte eine signifikante Verringerung der Infektion (Abflusstransplantat: SUVmax 7,2, intrathorakale Antriebslinie: SUVmax 3,0), die mit einer Kontrastverstärkung korrelierte. Eine bakterielle Infektion von intrathorakalen VAD-Komponenten stellt eine schwere und potenziell lebensbedrohliche Komplikation dar. Wenn eine Herztransplantation nicht durchführbar ist, sind komplexe Wundbehandlungsstrategien erforderlich. Lokale Bakteriophagentherapie könnte eine vielversprechende Ergänzung zu bereits etablierten therapeutischen Optionen sein. Um die Retention von Bakteriophagen an der Wundstelle zu verbessern, kann die Anwendung eines viskosen Galenikums von Vorteil sein.

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