Die Haut (Cutis) – Aufbau und Funktion einfach erklärt!

Die Haut (Cutis) - Aufbau und Funktion einfach erklärt!

Unsere Haut ist das größte und eines der wichtigsten Organe unseres Körpers. Sie dient nicht nur der Regulation unserer Gesundheit, sondern spielt auch für unser Wohlbefinden eine entscheidende Rolle. 

Die Aufgaben der Haut reichen von der ersten Abwehr gegen Bakterien und Viren, bis hin zur Regulation von Flüssigkeitshaushalt und Körpertemperatur. 

Das hochempfindliche Organ kann dabei als Spiegel der Gesundheit dienen, weshalb sich sowohl Hautkrankheiten, als auch andere Erkrankungen negativ auf das Hautbild auswirken können. 

Erfahre hier alles Wissenswerte über Aufbau und Funktion der Haut und warum es sich lohnt, sich intensiv um deine Hautgesundheit zu bemühen.

Weltweit leiden viele Menschen, vor allem Jugendliche (15 bis 18 Jahre) und junge Erwachsene unter der Hauterkrankung Akne. Pickel, Mitesser und Rötungen sind typische Akne-Symptome.

Mit der richtigen Behandlung lassen sie sich jedoch auf ein Minimum reduzieren. In diesem Beitrag erfährst du alles, was du über Akne, die Ursache und die Behandlung davon wissen solltest.

Haut – Wissenswertes in der Übersicht

  • hilfreicher Spiegel deiner Gesundheit
  • mit eineinhalb bis zwei Quadratmetern ist sie das größte Organ
  • aufgeteilt in 3 Schichten (Epidermis, Dermis, Subcutis)
  • die Haut ist überlebenswichtig
  • erfüllt Funktionen wie dem Schutz vor äußeren Einflüssen (Erregern, Bakterien), Hitze oder UV-Strahlung und ermöglicht es Sinneseindrücke wahrzunehmen und an das Gehirn weiterzuleiten
  • durch Erreger oder Bakterien können Hautkrankheiten entstehen

Was genau ist die Haut?

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers. Mit einer Fläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern umhüllt sie unseren Organismus und schützt ihn vor äußeren Einflüssen. 

Sie ist nur ein bis zwei Millimeter dick, wiegt aber dennoch etwa dreieinhalb bis zehn Kilogramm

Abhängig von der Blutmenge, dem Anteil pigmentbildender Zellen und der Dicke der obersten Schicht, besitzt jeder Mensch eine individuelle Färbung und Zusammensetzung der Haut. 

Der Aufbau der Haut in Schichten

Der Aufbau der Haut besteht aus 3 Schichten. Neben der Außenliegenden Oberhaut (Epidermis) besitzen wir zudem eine Lederhaut (Dermis) und die am tiefsten liegende Unterhaut (Subcutis).

Der Aufbau der Haut in 3 Schichten  -  Epidermis, Dermis, Subcutis

Epidermis (Oberhaut) 

Die Epidermis ist die oberste von 3 Schichten der Haut. Sie besteht zu großen Teilen aus einer Hornschicht, die aus speziellen Zellen aufgebaut ist, die an der Oberfläche verhornen und dann abgestoßen werden. 

So erneuert sich die Epidermis ständig. Auch die Oberhaut ist aus einzelnen Schichten aufgebaut. Dazu zählen:

  • oberflächliche Hornschicht (Stratum corneum)
  • Basalzellschicht (Stratum basale)
  • Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  • Körnerzellschicht (Stratum granulosum)
  • Glanzzellschicht (Stratum lucidum)

Dermis oder Corium (Lederhaut)

Die Dermis (auch Lederhaut oder Corium) ist die mittlere Hautschicht.

Sie liegt zwischen der Oberhaut und der Unterhaut und besteht hauptsächlich aus Bindegewebsfasern

Sie selbst gliedert sich wiederum in zwei Schichten, die aber nicht wirklich voneinander abgegrenzt sind, sondern fließend ineinander übergehen:

  • Stratum papillare: die äußere Schicht (grenzt an die Epidermis)
  • Stratum reticulare: die innere Schicht (grenzt an die Subcutis)

In der Dermis sitzen neben Talg- und Schweißdrüsen auch Haarfollikel, Blut- und Lymphgefäße, sowie Nerven und Muskelzellen.

Subcutis (Unterhaut)

Die Subcutis (Unterhaut) ist die unterste der drei Hautschichten. Sie besteht aus geschlossenen Bindegewebskammern, die mit Fettzellen gefüllt sind. 

Sie ist mit der darüber liegenden Lederhaut über starke Fasern des Bindegewebes fest verbunden und besitzt auch mechanische Kontakte mit den darunter liegenden Strukturen. 

Der oberste Abschnitt der Subcutis besitzt Schweißdrüsen, die tiefer liegenden Teile der Haarfollikel und Rezeptoren der Haut (sogenannte Vater-Pacini-Körperchen).

Hautanhangsgebilde

Als Hautanhangsgebilde bezeichnet man alle Strukturen, die aus der Ober- oder Lederhaut gebildet werden und sich in der Haut befinden.

Zu den Hautanhangsgebilden zählen

  • Haare
  • Nägel
  • Drüsen (Schweiß / Talg)
Hautanhangsgebilde der Haut

Die Funktion der Haut

Die Physiologie der Haut ist für unseren Organismus überlebenswichtig. Sie schützt vor äußeren Einflüssen wie Erregern, Hitze oder UV-Strahlung und ermöglicht es Sinneseindrücke wahrzunehmen und an das Gehirn weiterzuleiten.

Der Schutz unseres Körpers nach außen

Ohne die Haut wäre für uns keinerlei Bewegung möglich. Sie bietet mechanischen Schutz und sollte dabei, selbst wenn sie stärkerem Druck ausgesetzt ist, keinen Schaden nehmen.

Insgesamt kann man sagen, dass die Haut dort am stärksten belastbar ist, wo Muskeln als Polster darunter liegen. Wo die Haut direkt über den Knochen verläuft, ist sie hingegen enorm empfindlich.

Da sich die oberste Schicht der Epidermis unter Belastung verbraucht wird sie fortlaufend erneuert.

Unser natürlicher Sonnenschutz

Die oberste Hautschicht ist in der Lage UV-Strahlen zu absorbieren. Hält die UV-B-Bestrahlung für längere Zeit an, verdickt sich diese Hornschicht und es entsteht eine sogenannte Lichtschwiele, welche verhindert, dass die gefährliche UV-Strahlung die tiefen unverhornten Hautschichten schädigen kann.

Tiefer eindringende Strahlen werden zudem vom Melanin-Pigment fast vollständig absorbiert und in Wärme umgewandelt. Die Folge ist die so gern gesehene “Urlaubsbräune”.

Wenn jemand sehr braun wird, bedeutet das also schlichtweg, dass die Haut mehr Melanin gebildet hat, um sich besser vor UV-Strahlung schützen zu können. 

Unser natürlicher Sonnenschutz

Die Schutzfunktion nach innen

Eine der wichtigsten Eigenschaften der Haut ist der Schutz vor Krankheitserregern. Ist sie verletzt oder geschwächt können sonst Erreger eindringen und gefährliche Infektionen auslösen. 

Im Zentrum stehen hierbei die Langerhans-Zellen. Diese Zellen befinden sich im Stratum spinosum der Haut und ähneln Makrophagen, also spezifischen Immunzellen. Sie sind somit an unserem natürlichen Abwehrsystem essenziell beteiligt.

In zahlreichen Studien beschäftigen sich Wissenschaftlern daher mit der Interaktion von Hautzellen mit Immunzellen zur Abwehr von Krankheitserregern.​1​

Die Haut als Sinnesorgan

Täglich benötigen wir unsere Haut zur Sinneswahrnehmung. Dazu gibt es die sogenannten Sinneskörperchen der Haut, über die verschiedene Sinnesqualitäten wahrgenommen werden. 

Die wichtigsten sind freie Nervenendigungen, Merkel-Zellen, Ruffini-Körperchen und Vater-Pacini-Körperchen.

Auf diese Weise können beispielsweise mechanische und thermische Reize, Vibrationen und Schmerz wahrgenommen und als Information an das Gehirn geleitet werden.

Wärmeregulator – die Haut schützt vor Überhitzung und Wärmeverlust

Besonders wichtig ist die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur. Dafür sind die Blutgefäße in der Papillarschicht in der Lederhaut verantwortlich. Bei hohen Temperaturen erweitern sich diese Gefäße.

Da sie sehr nah an der Oberfläche liegen kann das Blut abkühlen und die Körpertemperatur wird gesenkt. Im direkte Umkehrschluss ziehen sich die Blutgefäße bei Kälte zusammen und verhindern, dass sich das Blut und der Organismus weiter abkühlt.

Wärmeregulator - die Haut schützt Haut vor Überhitzung und Wärmeverlust

Welche Hautkrankheiten gibt es?

Juckende Haut, Rötungen und sprießende Pickel unter der Haut prägen das Erscheinungsbild von Patienten einer Hautkrankheit. 

Jede Haut ist anders und je nach Hauttyp, individuellen Gewohnheiten oder Lebensumständen kann deine Haut anfällig für verschiedenste Hautkrankheiten sein. Die Bandbreite an möglichen Erkrankungen ist jedoch riesig. Wir haben für dich die 8 häufigsten zusammengefasst.

Akne

Die Akne ist besonders während der Pubertät eine sehr häufig auftretende Hautkrankheit, die durch Veranlagung bedingt ist. Dabei kann der Talg in der Haut nicht richtig durch die Poren abfließen, weil diese verstopft oder verhornt sind. 

Patienten leiden im weiterer Folge unter einer unreinen Haut mit rötlichen Entzündungen und eitrigen Pickeln. Besonders für Jugendliche kann das auffällige Hautbild eine enorme Belastung darstellen.

Neurodermitis

Besonders bei (kleinen) Kindern tritt häufig eine Neurodermitis auf. Die Hautkrankheit kann am gesamten Körper auftreten, insbesondere sind in der Regel Ellenbeugen und Kniekehlen betroffen. 

Juckende Haut die gerötet ist und schuppt sind typische Symptome denen eine viel zu trockene Haut zugrunde liegt. 

Rosacea (Rosazea)

Erste Anzeichen einer Rosacea sind sichtbare Blutgefäße auf Nase und Wangen. Hinzu kommen kleine Pusteln und Papeln die sich im schlimmsten Fall zu einem groben bindegewebigen Hautbild entwickeln können.

Periorale Dermatitis

Die periorale Dermatitis tritt üblicherweise bei Frauen in Form von geröteter Haut um Mund und Nase herum auf, wobei direkt um die Lippen ein symptomfreier Rand bleibt. 

Außerdem können kleine, schmerzhafte Pickelchen auftreten, die nicht einfach von selbst abheilen, sondern über Monate hinweg bleiben können.

Melanome/schwarzer Hautkrebs

Melanome erkennt man in erster Linie an veränderten Muttermalen. Diese können sich in Durchmesser, Farbe oder Erhabenheit verändert und somit ein Anzeichen für schwarzen Hautkrebs sein. 

Da das Risiko mit zunehmendem Alter steigt, solltest du spätestens ab dem 30. Lebensjahr jährliche Kontrollen beim Hautarzt durchführen lassen, um im Ernstfall möglichst früh operativ einzugreifen. 

Fuß- und Nagelpilz

Die meisten Hautkrankheiten sind nicht ansteckend. Fußpilz stellt dahingegen jedoch schon eine Gefahr dar, weshalb besonders in öffentlichen Bädern immer Badeschuhe getragen werden sollten. 

Beim Fußpilz weicht die betroffene Haut zwischen den Zehen auf und wirkt verquollen. Außerdem jucken die betroffenen Stellen häufig oder schmerzen. Nagelpilz löst dagegen häufig eine Veränderung der Form, Farbe oder Dicke des Fußnagels aus.

Schuppenflechte

Bei Schuppenflechte wird die Haut an einzelnen Stellen wie Ellenbogen, Knien oder auch an der Kopfhaut rot und es kommt zu häutigen Abschuppungen.​2​ 

Sie erneuert sich ca. 8-mal schneller als bei gesunden Menschen wobei Juckreiz äußerst selten auftritt. Man kann sie demnach leicht von Neurodermitis unterscheiden. 

Schuppenflechte

Feigwarzen

Feigwarzen werden durch HPV ausgelöst und treten im Genitalbereich auf. Dabei handelt es sich um kleine bräunliche oder hautfarbene Veränderungen, die sich langsam ausbreiten und größer werden können. 

Da einige HPV Gebärmutterhalskrebs auslösen können, solltest du die Hautveränderungen unbedingt so schnell wie möglich von einem Arzt untersuchen lassen, um eine mögliche Krebserkrankung auszuschließen.

Fazit

Die Haut ist eines der wichtigsten Organe unseres Körpers. Sie schützt uns nicht nur vor Infektionen und gefährlicher UV-Strahlung, sondern reguliert auch die Körpertemperatur. 

Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die das Hautbild verändern, was teilweise nicht nur gefährlich sein kann, sondern für Betroffene häufig eine große Belastung darstellt. 

Es lohnt sich also sowohl aus gesundheitlichen, als auch aus kosmetischen Gründen sich um seine Haut zu kümmern und sie angemessen zu pflegen.

  1. 1.
    Guenova E, Skabytska Y, Hoetzenecker W, et al. IL-4 abrogates TH17 cell-mediated inflammation by selective silencing of IL-23 in antigen-presenting cells. Proc Natl Acad Sci USA. Published online February 2, 2015:2163-2168. doi:10.1073/pnas.1416922112
  2. 2.
    Haut. In: Grundriss Der Pathologischen Anatomie. S. Karger AG; :625-630. doi:10.1159/000404487
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